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Auf dem Bild ist ein modernes Wohnhaus mit Solarmodulen auf dem Dach und einer Wärmepumpe an der Hauswand zu sehen. Lavendel und Rasen im Vordergrund sowie ein Windrad im Hintergrund stehen für nachhaltige und klimafreundliche Energieversorgung. stock.adobe.com - guteksk7
Photovoltaik

Wärmepumpe mit PV kombinieren: Solarstrom clever nutzen | Rheinhessische

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Wärmepumpe mit PV-Anlage kombinieren: Eigenen Solarstrom für Wärme nutzen.

Eine Photovoltaikanlage liefert günstigen Haushaltsstrom – doch wie lässt sich dieser optimal für die Wärmeversorgung nutzen? Die Kombination mit einer Wärmepumpe macht es möglich: Sie wandelt Solarstrom im Verhältnis 1:3 bis 1:5 in Wärme um und steigert so den Eigenverbrauch. Erfahren Sie, wie Sie Heizkosten senken und unabhängiger von fossilen Brennstoffen werden.

Nach den Plänen der Bundesregierung soll die Einspeisevergütung für Dach-Solaranlagen künftig schrittweise sinken. Im Prinzip könnte man seinen Strom über Dienstleister an der Börse vermarkten lassen. Ob sich das jedoch lohnt, ist noch offen.
Die neue Regelung könnte ein Anreiz sein, überschüssigen Strom an Nachbarn, Freunde oder Familie abzugeben, etwa über das sogenannte Energy Sharing. Allerdings benötigt man auch hier einen Dienstleister.

Deshalb gilt vor allem ab dem Jahr 2027: Je mehr Strom man selbst verbrauchen kann, desto lohnender. Das rechnet sich vor allem bei Wallboxen zum Laden des Elektroautos oder für die Kombination von Photovoltaik (PV) und Wärmepumpen, um die es in diesem Beitrag geht.

Damit man seinen tagsüber (wenn die Sonne scheint) produzierten PV-Strom auch abends und nachts nutzen kann, lohnen sich inzwischen in den meisten Fällen Heimspeicher. Lesen Sie auch den Ratgeber zum Thema Solarstromspeicher.

Warum lohnt sich die Kombination aus Photovoltaik und Wärmepumpe?

Eine Photovoltaikanlage und eine Wärmepumpe ergänzen sich ideal, besonders wenn die Sonne zum Zeitpunkt des Wärmebedarfs scheint. Während die PV-Anlage günstigen Strom liefert, nutzt die Wärmepumpe diesen, um Heizwärme oder Warmwasser zu erzeugen – und das mit einem Wirkungsgrad von 300 bis 500 Prozent. Das bedeutet: Aus einer Kilowattstunde Solarstrom werden drei bis fünf Kilowattstunden Wärme.

Vorteile im Überblick

Sinkende Stromkosten für die Heizung

Der selbst erzeugte Solarstrom ersetzt teureren Netzstrom.

Höhere Eigenverbrauchsquote

Überschüssiger PV-Strom wird direkt für die Wärmeversorgung genutzt.

Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen

Weniger Bezug von Rohstoffen aus dem Ausland und damit langfristig weniger Risiko bei den Kosten.

Wie funktioniert die Steuerung? Vom einfachen Kontakt bis zum HEMS.

Die Steuerung der Wärmepumpe mit PV-Strom kann auf verschiedenen Stufen erfolgen – von einfachen Lösungen bis hin zu intelligenten Systemen.

Einfache Einbindung (SG Ready Standard).

Die Wärmepumpe erhält ein Signal von der PV-Anlage, sobald Überschussstrom anliegt. Sie hebt dann die Solltemperatur im Warmwasserspeicher an und nutzt den überschüssigen Strom direkt für die Warmwasserbereitung. Dieser Standard ist bei vielen modernen Wärmepumpen bereits integriert.

Intelligentes Energiemanagementsystem (HEMS).

Ein Home Energy Management System (HEMS) geht einen Schritt weiter: Es steuert dynamisch alle Verbraucher im Haus – von der Wärmepumpe über die Waschmaschine bis hin zur Ladestation für das E-Auto. So wird der Eigenverbrauch maximiert und die Effizienz des gesamten Systems optimiert.

Brauche ich einen Stromspeicher für die Wärmepumpe?

Im Winter, wenn der Heizbedarf am höchsten ist, liefert die PV-Anlage weniger Ertrag als im Sommer. Ein Stromspeicher kann hier Erzeugung und Nachfrage besser koordinieren – aber ist er wirklich notwendig?

Die Rolle des Stromspeichers.

Ein Batteriespeicher überbrückt vor allem die Abendstunden in den Übergangszeiten (Frühjahr/Herbst), wenn die PV-Anlage keinen Strom mehr liefert, der Heizbedarf aber noch besteht. So lässt sich der Eigenverbrauch weiter steigern, ohne dass die Wärmepumpe auf Strom aus dem öffentlichen Netz angewiesen ist.

Thermische Speicherung als Alternative.

Der Warmwasser- oder Pufferspeicher der Heizung kann als „günstige Zweitbatterie“ dienen. Überschüssiger PV-Strom wird genutzt, um Wasser zu erwärmen, das später für die Heizung oder zur Warmwasserbereitung zur Verfügung steht. Diese Lösung ist oft kostengünstiger als ein elektrischer Speicher.

Übersicht: Wie viel Autarkie ist realistisch?

Die Kombination von Wärmepumpe und PV-Anlage steigert Ihren Autarkiegrad deutlich. Doch wie hoch ist dieser tatsächlich? Die folgende Tabelle gibt einen Überblick:

Konfiguration Typischer Eigenverbrauchsanteil Deckungsbeitrag Wärme (jährlich)
Wärmepumpe + PV
(ohne Speicher)
30 % bis 40 % 15 % bis 25 %
Wärmepumpe + PV + Batteriespeicher 50 % bis 70 % 30 % bis 40 %
Wärmepumpe + PV + Speicher + HEMS bis zu 80 % bis zu 45 %

 

Häufig gestellte Fragen (FAQ).

Wie groß sollte die PV-Anlage für eine Wärmepumpe sein?

Als Faustregel gilt: Je größer die Anlagenfläche, desto besser. Da besonders im Winter jedes Kilowatt-Peak (kWp) Leistung zählt, sollte die PV-Anlage nicht zu knapp bemessen werden. Für ein Einfamilienhaus empfehlen Experten eine Leistung von mindestens 8 bis 12 kWp. So kann die Wärmepumpe auch in den sonnenarmen Monaten ausreichend mit Solarstrom versorgt werden.

Lässt sich eine bestehende PV-Anlage mit einer neuen Wärmepumpe nachrüsten?

Ja, in den meisten Fällen ist eine Nachrüstung problemlos möglich. Wichtig ist die Schnittstelle zwischen den Systemen. Achten Sie darauf, dass Ihre Wärmepumpe den SG-Ready-Standard unterstützt oder über ein kompatibles Smart-Meter-System gesteuert werden kann. 

Lässt sich eine bestehende Wärmepumpe mit einer neuen PV-Anlage kombinieren?

Auch hier sollte die Wärmepumpe über  SG-Ready-Standard (oder ein kompatibles System) verfügen, um auf Signale der PV-Anlage zu reagieren. 

Was ist der SG-Ready-Standard?

SG Ready („Smart Grid Ready“) ist eine Schnittstelle, die es Wärmepumpen ermöglicht, auf Signale der PV-Anlage oder des Stromnetzes zu reagieren. So kann die Wärmepumpe ihren Betrieb automatisch an den verfügbaren Überschussstrom anpassen – ohne manuellen Eingriff. 

Was bedeutet Jahresarbeitszahl (JAZ)?

Die Jahresarbeitszahl (JAZ) gibt an, wie effizient eine Wärmepumpe über das gesamte Jahr hinweg arbeitet. Sie ist das Verhältnis zwischen der erzeugten Wärmeenergie und dem eingesetzten Strom. Eine gute Wärmepumpe erreicht eine JAZ von 3 bis 5 – das bedeutet, aus einer Kilowattstunde Strom werden drei bis fünf Kilowattstunden Wärme. 

Hier gibt es Rat von der Rheinhessischen.

Sie planen die Umstellung auf Wärmepumpe und PV in Ingelheim und Umgebung? Lassen Sie sich von den Experten der Rheinhessischen individuell beraten.  

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