Wer dieser Tage im Getränkemarkt vor leeren Regalen steht, wird sich plötzlich bewusst, wie selbstverständlich wir in unserem Alltag von einer sicheren Trinkwasserversorgung ausgehen. Und wie sorglos und verschwenderisch wir in Deutschland viel zu oft mit diesem so kostbaren Gut umgehen. Denn weltweit leben tatsächlich hunderte Millionen Menschen ohne sauberes Trinkwasser. Dennoch kann die Rheinhessische ihren Kundinnen und Kunden Entwarnung geben: Ein Wassernotstand ist im Netzgebiet aktuell nicht zu befürchten.
Weltweite Wasserknappheit.
Vielerorts bereitet man sich auf Schreckensszenarien vor. Wie rasch die Wasserversorgung einer Großstadt an ihre Grenzen geraten kann, zeigte die südafrikanische Metropole Kapstadt im Jahr 2018: Nach einer extremen, dreijährigen Dürre drohte dort mit dem sogenannten „Day Zero“ der komplette Zusammenbruch der Leitungsversorgung, sobald die Stauseen unter die kritische Marke von 13,5 Prozent Füllstand gefallen wären. Durch strenge Auflagen und massive Investitionen in die Infrastruktur konnte die Katastrophe damals zwar abgewendet werden, doch das Beispiel gilt weltweit bis heute als eindringlicher Weckruf für nachhaltiges Wassermanagement. Als Konsequenz aus dem damaligen Beinahe-Zusammenbruch der Wasserversorgung hat Kapstadt eine Wasser-Strategie entwickelt.
Heiße Sommer und Dürren.
Vielerorts wurde bereits in Deutschland der Wassernotstand oder eine Vorstufe davon ausgerufen. Zuletzt hat die bayerische Landeshauptstadt München eine Allgemeinverfügung zur Wassernutzung erlassen und darauf hingewiesen, dass Zuwiderhandlungen mit Geldbußen von bis zu 50.000 Euro geahndet werden können. In den vergangenen 25 Jahren hat Deutschland 60 Milliarden Kubikmeter Wasser verloren – das entspricht ungefähr dem Wasservolumen des Bodensees, des Starnberger Sees, des Chiemsees, des Ammersees und der Müritz zusammen. Dies berichtete Umweltminister Carsten Schneider bei der Vorstellung des Niedrigwasserinformationssystems, kurz NIWIS, das öffentlich zugänglich ist.
Sichere Versorgung dank Mehrsäulensystem.
Um die Trinkwasserversorgung – auch bei künftigen Hitzeperioden und steigendem Bedarf – langfristig abzusichern, setzt die Rheinhessische auf einen nachhaltigen Ressourcen-Mix. Zusätzlich zur Hauptversorgung nutzt sie gezielt lokale Quellfassungen aus der Region. Damit diese wertvollen Vorkommen auch in Zukunft optimal und dauerhaft eingebunden sein können, treibt die Rheinhessische aktuell zwei wichtige Infrastrukturprojekte voran:
- Neuer Hochbehälter in Wackernheim: Diese zusätzliche Speicherkapazität sichert die regionale Versorgung ab, um Verbrauchsspitzen noch flexibler abzufedern.
- Aktivkohleversuch in Heidesheim: Hier wird der Einsatz moderner Aktivkohlefiltration erprobt. Ziel ist es, die aktuellen Grenzwerte für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) im Trinkwasser einhalten zu können.
Praktische Tipps zum Wassersparen im Alltag.
Auch wenn es derzeit keinen Wassernotstand zu befürchten gibt, sollten die Menschen nicht erst darauf warten, bis die Region und sie selbst davon betroffen sind. Es gibt zahlreiche Maßnahmen, Energie im Allgemeinen und Wasser im Besonderen zu sparen:
- Bad & Sanitär: Duschen Sie, statt zu baden und verwenden Sie spezielle wassersparende Perlatoren oder Mischdüsen. Beim Zähneputzen oder Einseifen den Wasserhahn einfach zudrehen und öfter mal einen Zahnputzbecher verwenden.
- Küche & Haushalt: Starten Sie Wasch- und Spülmaschinen nur vollständig beladen. Das Wasser, mit dem Sie Obst oder Gemüse gewaschen haben, lässt sich auffangen und perfekt zum Gießen von Pflanzen weiterverwenden.
- Garten & Balkon: Gießen Sie ausschließlich frühmorgens oder am späten Abend, damit das Wasser nicht ungenutzt in der Mittagshitze verdunstet. Bringen Sie das Wasser gezielt an die Wurzeln statt auf die Blätter. Ein gelber Rasen im Hochsommer erholt sich beim nächsten Regen von selbst – das Sparen von Rasensprenger-Wasser entlastet das Netz in den Abendstunden spürbar.
- Pools & Behältnisse: Befüllen Sie Gartenpools vorausschauend tagsüber oder gestaffelt, um verbrauchsintensive Spitzenzeiten zwischen 17 und 21 Uhr zu vermeiden.
- Waschen Sie Ihre Fahrzeuge in Waschanlagen. Das ist nicht nur gründlicher und lackschonender. Die Anlagenwäsche benötigt auch deutlich weniger Frischwasser als die Heimwäsche mit dem Gartenschlauch, weil sie das Wasser größtenteils aufbereitet und wiederverwendet.
Allen sollte bewusst sein, dass Trinkwasser das kostbarste Lebensmittel ist und einen verantwortungsvollen Umgang verdient.
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