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Das Bild zeigt einen Jungen, der an einem Tisch sitzt und aus einem Glas Wasser trinkt. Im Hintergrund sind unscharf verschiedene Gegenstände wie Obst (Orangen, Bananen, Äpfel) und Geschirr zu sehen.
Trinkwasser

Trinkwasser: Die Reise von Wasserkalle.

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Dies ist die Geschichte von Wasserkalle: ein klarer Tropfen kostbares Nass, vor vielen, vielen Jahren weit gereist von den Alpen den Rhein herab. Bei der Rheinhessischen Wasserversorgung wird aus diesem kleinen Tropf das bestkontrollierte Lebensmittel: qualitativ hochwertiges Leitungswasser aus und für Ingelheim und Umgebung.

Wie Wasserkalle nach Ingelheim kam.

Wir nennen ihn Wasserkalle. Wasserkalle ist ein Tropfen Trinkwasser, der mit Milliarden seiner Kollegen in einer Grundwasserschicht zwölf Meter unter Ingelheim wohnt. Nur: Wie ist er dort hingekommen? Vor vielen, vielen Jahren war Wasserkalle als Schneeflocke in den Alpen gelandet und Teil der weißen Schneehaube eines Berges. Eines Tages in der sommerlichen Schneeschmelze machte er sich flüssig – und der Schwerkraft folgend talwärts auf den Weg, Er gelangte in einen Bach und von dort in einen Fluss, schwamm durch den Bodensee und folgte der Strömung im Rhein: an Basel vorbei, an Worms und Mainz, Rheinhessen entlang, bis er kurz vor Ingelheim an einem Stein hängen blieb und versickerte.

Wasser – eine kostbare Ressource.

Die Oberfläche der Erde ist zu etwa zwei Dritteln mit Wasser bedeckt. Von den rund 1,4 Milliarden Kubikkilometern Wasservorrat ist der allergrößte Teil (97 Prozent) Salzwasser. Süßwasser macht mit etwa 35 Millionen Kubikkilometern gerade einmal 3 Prozent der weltweiten Wasserreserven aus. Der Großteil davon ist als Eis in den Gletschern der Arktis und Antarktis gebunden oder befindet sich als Grundwasser tief unter der Erde – wie Wasserkalle. Ob als Trinkwasser oder zur Bewässerung von Feldern: Wirklich zugänglich ist für uns Menschen eigentlich nur ein sehr kleiner Teil der Süßwasserreserven in Seen, Flüssen und Talsperren: nämlich 0,3 Prozent. Die Menge an Wasser auf der Erde bleibt immer gleich. Kein einziger Tropfen geht verloren, kein einziger Tropfen kommt dazu.

60 Tage natürliche Reinigung beim Versickern.

Auf seinem Weg in die Tiefe rieb sich Wasserkalle an Sand und Kies. Bei der Gelegenheit blieben Schwebstoffe an den Bodenpartikeln hängen. Nützliche Mikroorganismen fraßen organische Verbindungen, die an Wasserkalle hafteten. 60 Tage dauerte die Reise durch diese mechanische Reinigungsanlage. Am Ende war das Rheinwasser bis in die Grundwasserschicht durchgesickert – und durch die Kraft der Natur sehr effektiv gereinigt.

„Unser Wasser gewinnen wir direkt aus tief liegenden Grundwasserschichten, in denen es bereits nahezu Trinkwasserqualität aufweist“
Alexander Reitz, Geschäftsbereichsleiter Technischer Service

Uferfiltrat – sauber und gesund.

„Im Grunde haben wir hier bereits Trinkwasserqualität“, sagt Alexander Reitz, als Geschäftsbereichsleiter Technischer Service bei der Rheinhessischen für den Betrieb des Trinkwassernetzes zuständig. In dem sogenannten Uferfiltrat lassen sich weder Pestizide noch Arzneimittelrückstände nachweisen. Gleichzeitig hat das Wasser auf seinem Weg durch den Untergrund Spuren- und Mineralstoffe aufgenommen. Im Grundwasser sind häufig von Natur aus mehr Kalzium- und Magnesium-Ionen gelöst als in Oberflächenwasser aus Seen oder Talsperren (siehe auch weiter unten). Diese Mineralstoffe sind wichtig für den menschlichen Körper – für Muskeln, Knochen und Zähne. „Das Wasser aus dem Untergrund enthält lediglich zu viel Eisen und Mangan“, verrät Alexander Reitz. Aber das wird sich bis zum Wasserhahn noch ändern.

Aus zwölf Meter Tiefe ans Tageslicht.

Eines Tages passiert etwas Seltsames mit Wasserkalle: Er wird angesaugt! Zusammen mit unzähligen Kollegen schießt er durch ein Rohr nach oben – für ihn ist das fast wie die Fahrt auf einer Achterbahn. Aus zwölf Meter Tiefe wird er hochgeholt, wieder ans Tageslicht.

Brunnen und Quellen: So gewinnt die Rheinhessische ihr Wasser.

Die Rheinhessische gewinnt ihr Trinkwasser hauptsächlich aus ufernahem Grundwasser am Rhein, zwischen Anglerklause und Jungau in Ingelheim. Außerdem nennt sie diverse Quellen in Heidesheim, Wackernheim und Groß-Winternheim sowie einen Brunnen in Ingelheim ihr Eigen. Sie liefern genug Trinkwasser für das gesamte Versorgungsgebiet. Auch in trockenen Sommern. Denn bei Bedarf übernimmt die Rheinhessische Trinkwasser von Zulieferern aus der Region, um Abnahmespitzen auszugleichen.

Wasserkalle wird vollends sauber und rein.

Mit einem großen Satz springt Wasserkalle in ein großes Becken. Dass dieses Becken im Wasserwerk im Blumengarten steht und er jetzt für die Experten „Rohwasser“ heißt, weiß er natürlich nicht. Aber er genießt es hier! Wasserkalle fühlt sich wie im Wellness-Bad. Erster Programmpunkt: die Ozon-Behandlung. Dadurch oxidieren die Metalle Eisen und Mangan, die noch zu viel im Wasser waren. Außerdem hat das Ozon eine desinfizierende Wirkung – eventuell vorhandene Keime können hier nicht überleben. Durch einen Sand-Kies-Filter geht es nun zu einem Aktivkohlefilter. Auch der schrubbt Wasserkalle den Rücken.

Ingelheimer Wasserqualität – mehrfach abgesichert.

Als ergänzende Sicherheitsstufe setzt die Rheinhessische jedoch zusätzlich Aktivkohlefilter ein. Sie binden organische Spurenstoffe, die den biologischen Reinigungsprozess am Rheinufer theoretisch überwinden könnten. Die Aktivkohlefiltration dient somit als finaler Schutzschild, um die Reinheit des Ingelheimer Trinkwassers lückenlos zu garantieren.

Wasserkalle auf dem Prüfstand.

Noch bevor Wasserkalle das Wasserwerk wieder verlässt, darf er eine Extra-Runde fahren. Er schwimmt zufällig in das Reagenzglas eines Chemikers, der ihn mitnimmt ins Labor. Hier wird Wasserkalle aufs Genaueste untersucht – zum Beispiel ob nicht doch noch Reste von Schwermetallen, Pestiziden oder Bakterien an ihm haften. Die Laboranten bestimmen auch seinen pH-Wert, damit die Verbraucherinnen und Verbraucher am Ende wissen, wie sauer oder basisch ihr Trinkwasser ist. Und natürlich, welchen Härtegrad Wasserkalle hat.

Welchen Härtegrad hat das Wasser in Ingelheim?

Je nachdem, wie viele Kalzium- und Magnesium-Ionen im Wasser gelöst sind, wird es in drei Härtebereiche eingeteilt: weich, mittel und hart. Das Trinkwasser im Versorgungsgebiet der Rheinhessischen fällt in den Bereich „hart“. Geräte, wie Spül- und Waschmaschinen, müssen daher regelmäßig entkalkt werden. Sind Spülmaschinen auf den richtigen Härtegrad eingestellt, spart das zudem Salz und schont die Umwelt. Für Menschen ist hartes Wasser gesund – Magnesium und Kalzium sind für den Körper wichtige Mineralstoffe.

 

 

Parameter

Maßeinheit

Ingelheim

Großwinternheim

Heidesheim

Wackernheim

Kalziumkarbonat

in mmol/l

2,68

3,21

3,39

3,75

Magnesium

in mg/l

13

28

18

22

Härtebereich

 

hart

hart

hart

hart

Gesamthärte

in °dH

15

18

19

21

 

Härtegrade (auf Basis Kalziumkarbonat)

entspricht dt. Härtegrad (°dH)

weich

<1,5

mmol/l

8,4 °dH

mittel

1,5 bis 2,5

mmol/l

8,4 bis 14 °dH

hart

2,5

mmol/l

mehr als 14 °dH

Trinkwasserqualität in Ingelheim – für höchste Ansprüche.

Die Trinkwasserverordnung, die im Jahr 2023 nochmals verschärft wurde (TrinkwV 2023), schreibt vor, dass das Lebensmittel Trinkwasser regelmäßig überprüft wird. Es gelten strenge Grenzwerte. Labore untersuchen das Trinkwasser auf über 50 chemische, physikalische und mikrobiologische Parameter. Darüber hinaus entnimmt die Rheinhessische monatliche Proben aus dem Wasserwerk und wöchentliche aus dem Netz, um sie von einem unabhängigen Labor in Neuwied analysieren zu lassen.

Ein besonderes Bonmot: Trinkwasser von der Rheinhessischen erfüllt nicht nur spielend alle Anforderungen der deutschen Trinkwasserverordnung, sondern darüber hinaus die noch strengeren Kriterien der amerikanischen Food and Drug Administration (FDA) für die Herstellung von Medikamenten.

Wissen, was drin ist:

Die Trinkwasseranalyse der Rheinhessischen finden Sie hier.

Wie Wasserkalle im Hochbehälter entspannt.

Auf den nächsten Programmpunkt freut sich Wasserkalle schon besonders. Er wird zusammen mit seinen Kollegen durch Rohre vom Wasserwerk hinauf zum Hochbehälter in Wackernheim geschubst. Dort können sie ein paar Tage planschen und sich entspannen – bevor die nächste Rutschpartie durch Rohre ansteht.



Für Druck und zum Puffern: Hochbehälter in Wackernheim.

Der Hochbehälter in Wackernheim dient als strategischer Puffer für das lokale Quellwasser. Er sichert einen stabilen Netzdruck, erhöht die Löschwasserreserven für den Brandschutz und spielt eine zentrale Rolle für die Wasserqualität. Um die strengen Nitrat-Grenzwerte sicher zu unterschreiten, wird das Quellwasser direkt im Leitungssystem in einem exakten Verhältnis mit Trinkwasser aus weiteren Quellen gemischt. So bleibt die Versorgungssicherheit im Ortsteil jederzeit auf höchstem Niveau gewahrt.



100 Meter Höhenunterschied: die Rutsche für Wasserkalle.

Jetzt wartet ein besonderer Spaß auf unseren Wassertropfen. Er rutscht die Wasserleitung hinunter. Das Ingelheimer Wasser-Verteilungssystem ist 180 Kilometer lang, von der höchsten Stelle aus sind es 100 Meter Höhenunterschied. Da geht es um Ecken und Kurven und für Wasserkalle an manchen Stellen wieder nach oben.



Die Rheinhessische sorgt für den richtigen Wasserdruck.

„An einigen Stellen haben wir Druckerhöhungsanlagen“, sagt Alexander Reitz, Geschäftsbereichsleiter Technischer Service. „Die sorgen dafür, dass die Kundinnen und Kunden das Trinkwasser mit genügend Druck und in ausreichender Menge bekommen.“ Fachpersonal steuert und überwacht die Anlagen, wartet regelmäßig die Pumpen. „So sichern wir die Versorgung zu jeder Zeit“, erklärt Reitz. „Die Versorgungsanlagen entsprechen immer dem aktuellen technischen Standard.“



Wasserkalles Ankunft im Wasserhahn.

Zum Schluss wird es nochmal eng für Wasserkalle. Der Durchmesser der Rohre schrumpft. Mit Karacho geht es die letzten Meter bis in ein Haus in Frei-Weinheim. Mit einem großen Satz hüpft Wasserkalle aus dem Wasserhahn – und landet gleich wieder im Abfluss. Der Haushalt, in dem er angespült wurde, setzt immer noch auf Mineralwasser in Flaschen, wenn es um Trinkwasser geht. Wenn die wüssten, wie sauber unser Wasserkalle bei ihnen im Haus ankam – und das noch von ganz allein! Ohne Kistenschleppen!



Wasserschleppen und Geld: Wie man mit Leitungswasser spart.

Wenn eine vierköpfige Familie ihren Wasserbedarf ausschließlich mit Mineralwasser deckt, schleppt sie pro Jahr mindestens 600 Kilogramm Flaschen nach Hause. Sie zahlt dafür im günstigsten Fall 150 Euro. Bei manchen Marken ein Vielfaches. Eine gleiche Menge Leitungswasser kostet noch nicht einmal zehn Euro. Die Rechnung ist eindeutig: Wer umsteigt, spart Geld, spart sich das Schleppen – und entlastet die Umwelt. Keine Flaschen, kein Transport, keine Leergutlogistik.



Die Reise von Wasserkalle geht weiter.

Egal. Wasserkalle ist wieder auf dem Weg. In der Kläranlage wird er noch mal gereinigt. Etliche seiner Kollegen hatten auf dem Weg durch die Häuser einen anderen Weg genommen und haben etwas Körperpflege nötig. Zusammen mit den anderen schwimmt Wasserkalle jetzt den großen Fluss entlang zum Meer – wo er eines Tages vielleicht verdunstet, in einer großen Wolke in die Alpen fliegt und dort wieder als Schneeflocke auf einem Gipfel landet. Und von da aus wiederholt sich eventuell seine Tour nach Ingelheim. Inzwischen weiß er ja, in welch guten Händen er bei der Rheinhessischen ist. Eine angenehme Reise, Wasserkalle!



FAQ:

Was man zum Trinkwasser in Ingelheim wissen muss.



Woher kommt das Ingelheimer Leitungswasser?

Ingelheimer Trinkwasser stammt aus unterschiedlichen Bezugsquellen. 70 Prozent fördert die Rheinhessische selbst, 30 Prozent kommen von einem benachbarten Unternehmen. Den Löwenanteil der Eigenförderung liefert der Rhein – in Form von Uferfiltrat. Die Rheinhessische fördert dieses aus etwa zwölf Meter Tiefe aus mehreren Brunnen. Daneben gibt es auch Quellen.

Kann man das Leitungswasser in Ingelheim bedenkenlos trinken?

Ja. Trinkwasser ist eines der am strengsten überwachten Lebensmittel in Deutschland. Die Vorgaben haben sich in der Trinkwasserverordnung 2023 nochmals verschärft. Die Rheinhessische legt sogar einen noch höheren Maßstab an. Leitungswasser in Ingelheim erfüllt die höchsten Qualitätsanforderungen.

Was ist zum Härtegrad des Wassers in Ingelheim zu beachten?

Das Trinkwasser im Versorgungsgebiet der Rheinhessischen fällt in den Bereich „hart“. Geräte, wie Spül- und Waschmaschinen, müssen daher regelmäßig entkalkt werden. Sind Spülmaschinen auf den richtigen Härtegrad eingestellt, spart das zudem Salz und schont die Umwelt.

Wie schmeckt das Leitungswasser in Ingelheim?

Der Härtegrad des Leitungswassers in Ingelheim kommt aufgrund höherer Anteile an Kalziumkarbonat und Magnesium zustande. Feinschmecker beschreiben den Geschmack von Magnesium als bitter-süßlich, Kalzium schmeckt kalkig-kreidig, während Natrium dem Wasser eine leicht salzige Note verleiht.

Gibt es Rückstände von Medikamenten und Mikroplastik im Wasser?

Nein. Durch das Verfahren der Uferfiltration übernimmt der Boden bereits eine gewaltige Reinigungsleistung. Die zusätzliche Aktivkohle-Stufe im Wasserwerk im Blumengarten fungiert als Sicherheitsbarriere, die organische Spurenstoffe und kleinste Partikel effektiv bindet. Die Analysen liegen weit unter den Nachweisgrenzen für diese Stoffe.

Bilnachweis:

©shutterstock - Elena Nichizhenova

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