Die Energiepreise steigen, die Sonne scheint kostenlos – und doch zögern viele Haushalte in Rheinhessen, in einen Solarstromspeicher zu investieren. Dabei ist die Rechnung einfacher als gedacht: Wer seinen selbst erzeugten Strom speichert, spart nicht nur Geld, sondern macht sich auch unabhängiger von schwankenden Strompreisen.
Solarstromspeicher lohnen sich – besonders mit dynamischen Tarifen
Die Spatzen pfeifen es längst von den Dächern: Photovoltaik (PV)-Anlagen rechnen sich. Die Produktion von Strom zum Eigenverbrauch lohnt sich – gerade bei potenziell steigenden Energiekosten. Erst recht, wenn ein Akku den von den Solarmodulen hergestellten Strom speichert und bei Bedarf abgibt. Zum Beispiel, um die Waschmaschine abends laufen zu lassen, wenn die Bewohnerinnen und Bewohner zu Hause sind und die Sonne nicht scheint.
Wie viel lässt sich mit einem Solarspeicher sparen?
Aktuell kostet Netzstrom im Schnitt 33 Cent pro Kilowattstunde (kWh), während die PV-Anlage auf dem eigenen Dach Solarstrom für nur zehn bis 13 Cent produziert. Die Differenz ist klar: Pro selbst genutzter kWh sparen Sie rund 20 bis 23 Cent. Doch wie wirtschaftlich ist ein Speicher wirklich?
Laut dem Informationsprogramm Zukunft Altbau des baden-württembergischen Umweltministeriums kann sich die Anschaffung eines Batteriespeichers lohnen, wenn der Preis pro kWh Speicherkapazität unter 600 Euro liegt und die Lebensdauer 15 Jahre oder mehr beträgt. Damit sollten auch die Kosten der elektrischen Anbindung zur PV-Anlage und Hausanlage abgedeckt sein.
Die Zahlen belegen es: Bei 200 bis 250 Vollzyklen pro Jahr (also vollständigen Be- und Entladungen) und einer Lebensdauer von 15 Jahren spart eine kWh Speicherkapazität rund 720 Euro ein – selbst nach Abzug von 15 Prozent Speicherverlusten, die durch Be- und Entladen sowie Stand-by-Verbrauch entstehen.
Dynamische Stromtarife: Der Game-Changer für Ihre Ersparnis
Seit Anfang 2025 sind alle Stromanbieter in Deutschland – also auch die Rheinhessische – verpflichtet, dynamische Tarife anzubieten. Diese Tarife geben die Börsenpreisschwankungen direkt an die Verbraucher weiter und eröffnen damit völlig neue Möglichkeiten für Besitzer eines Solarstromspeichers.
Wie funktioniert das? In Zeiten niedriger Börsenpreise (z. B. nachts oder bei starkem Windaufkommen) kann Ihr Speicher günstigen Netzstrom aufnehmen – oft für nur fünf bis zehn Cent/kWh. Tagsüber, wenn die Strompreise auf 40 Cent/kWh oder mehr steigen, nutzen Sie den gespeicherten Strom aus dem Speicher. Der Ertrag: Bis zu 30 Cent pro kWh!
Beispielrechnung mit dynamischem Tarif:
Die richtige Größe wählen: der passende Speicher für Ihr Zuhause
Nicht jeder Speicher passt zu jedem Haushalt. Die Wahl der richtigen Größe hängt von Ihrem Stromverbrauch, der Größe Ihrer PV-Anlage und Ihren zukünftigen Plänen ab.
Faustregeln für die Speichergröße
- Einfamilienhaus mit 6.000 kWh Jahresverbrauch: 6 bis 8 kWh Speicherkapazität
- PV-Anlagenleistung: Mindestens so hoch wie die Speicherkapazität (z. B. 8 kWp Anlage für 8 kWh Speicher)
- Standort: Ein temperierter Raum (5 bis 20 °C) verlängert die Lebensdauer des Speichers.
Weitere Informationen zur richtigen Speichergröße hält die Verbraucherzentrale bereit.
© Stefan Brehm
„Mit Blick auf die Zukunft lohnt es sich im Einzelfall, PV – Anlagen in Kombination mit Batteriespeichern durch einen erfahrenes Ingenieurbüro oder Energieberater prüfen und sich die Einbaukosten durch den Elektrofachbetrieb anbieten zu lassen."
Speicher für ältere PV-Anlagen: Nachrüsten lohnt sich!
Für Haushalte mit abgeschriebenen PV-Anlagen (nach 20 Jahren EEG-Förderung) ist die Rechnung besonders attraktiv: Da nur noch geringe Betriebs- und Wartungskosten bei der abgeschriebenen Solaranlage anfallen, wird der selbst produzierte Strom dann nur noch mit 3 bis 4 Cent/kWh kalkuliert.
Wirtschaftlichkeit: So rechnet sich Ihr Speicher
Die Wirtschaftlichkeit eines Solarstromspeichers hängt von mehreren Faktoren ab. Hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Sie die Rentabilität für Ihr Zuhause berechnen:
Tipps für den Kauf: So finden Sie das beste Angebot in Rheinhessen
Wer einen Solarstromspeicher installieren möchte, sollte mehrere Vergleichsangebote von qualifizierten Fachbetrieben aus der Region einholen. Hier die wichtigsten Punkte:
Qualifizierte Fachbetriebe wählen
- Spezialisierte Solarteure oder Elektrofachbetriebe haben das nötige Know-how.
- Tipp: Holen Sie Angebote von mindestens drei Fachbetrieben ein.
Unabhängige Tests nutzen
- Die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW Berlin) untersucht jährlich eine Vielzahl von Heimspeichern und bewertet sie nach Effizienz, Lebensdauer und Preis-Leistungs-Verhältnis.
- Die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin forscht zu Photovoltaiksystemen. Hier geht es zu den aktuellen Ergebnissen der „Stromspeicher-Inspektion 2026“ .
Förderung prüfen
- Einen Überblick über Fördermittel für Photovoltaik und Batteriespeicher vom Bund und dem Land Rheinland-Pfalz bietet die Verbraucherzentrale .
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