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RheinhessischeEnergiemarkt aktuell

Entlastungen: Das ist neu bei der Jahresabrechnung.

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Technische und gesetzliche Vorgaben machen die komplexen Jahresabrechnungen für Strom, Gas, Wärme und Wasser noch komplizierter. In diesem Jahr kommen die Entlastungen – etwa die Dezember-Soforthilfe und die Preisbremsen – infolge der Energiekrise als weitere Bestandteile dazu. Neu sind auch die Kosten für CO2, die seit 2021 anfallen und ab diesem Jahr aufgeschlüsselt werden müssen. Grund genug, die neuen Rechnungsbestandteile genau zu erklären.

Mehrwertsteuersenkung, Preisbremse, Dezember-Soforthilfe: Gleich mit drei Entlastungspaketen schwächte die Bundesregierung seit Ende vergangenen Jahres die Folgen der Energiepreiskrise ab. Schwarz auf weiß sehen die Kund:innen die realen Minderungsbeträge auf ihrer aktuellen Jahresverbrauchsabrechnung, die bei den meisten im November eintrifft. Paul Saraev vom Kundenservice der Rheinhessischen dazu: „Durch Einsparmaßnahmen unserer Kundinnen und Kunden sowie die gesetzlichen Entlastungen erhält voraussichtlich die Mehrheit eine Gutschrift. Eine erfreuliche Nachricht! Dieser Betrag sowie die Höhe der neuen Abschläge sind direkt auf einem gesonderten Deckblatt ersichtlich. Dennoch kann manches neue Detail auf der Rechnung Fragen aufwerfen. Zum Beispiel, warum der tatsächliche Entlastungsbetrag der Dezember-Soforthilfe höher oder niedriger ausfällt als der nicht eingezogene Dezember-Abschlag. Deshalb möchten wir über die neue Jahresabrechnung umfassend informieren.“ Alle Rechnungsbestandteile im Detail finden Kund:innen anhand einer aktuellen Beispielrechnung für Strom, Gas und Wasser in der Rubrik Services. Im Folgenden erklärt die Rheinhessische noch einmal die wichtigsten Entlastungen, die die diesjährige Jahresverbrauchsabrechnung enthält.  

Wo finde ich die Gutschrift für die Dezember-Soforthilfe?

Kund:innen, die Gas von der Rheinhessischen beziehen, bekamen bereits im August Post zu der genauen Entlastungssumme der Dezember-Soforthilfe. Dieser dort mitgeteilte Entlastungsbetrag wird auf der Jahresverbrauchsabrechnung abgezogen und mit allen anderen Rechnungspositionen gegen die bereits getätigten Abschläge gestellt. „Da wir – anders als bei den Preisbremsen – bislang noch nicht postalisch über den Mechanismus informieren mussten, möchten wir mit dem Schreiben für mehr Transparenz sorgen. Denn auf der Jahresabrechnung führen wir den Betrag nur zusammen mit den Entlastungen aus den Preisbremsen und den tatsächlichen Verbrauchskosten je Energieart auf der ersten Rechnungsseite auf“, erklärt Paul Saraev.

Zur Erinnerung: Ende vergangenen Jahres hatte die Bundesregierung das sogenannte Erdgas-Wärme-Soforthilfegesetz verabschiedet. Das Ziel: schnell und pragmatisch die Auswirkungen der explodierenden Energiepreise bei Haushalten und kleineren Gewerbebetrieben zu dämpfen. Neben dem eigentlichen Instrument, der sogenannten Preisbremse für Gas und Wärme, die sich erst im März 2023 rückwirkend zum Januar umsetzen ließ, sollte die Dezember-Soforthilfe unmittelbar für Entlastung sorgen. Deshalb zogen alle Energieversorger die normalerweise im Dezember fälligen Abschläge nicht ein. Da die Rheinhessische den Betrag immer erst zeitverzögert einen Monat später abbucht, betrifft das in diesem Fall den November-Abschlag.

 

 

©Paul Saraev
Paul Saraev, Leiter Kundenservice

Das Einmaleins der Dezember-Soforthilfe.

Der tatsächliche Entlastungsbetrag für Gas und Wärme kann von der Höhe des üblichen Abschlags abweichen. Denn die Soforthilfe für Gas berechnet sich nach Gesetz wie folgt: Ein Zwölftel des im September prognostizierten – also hochgerechneten – Jahresverbrauchs mal dem am 1. Dezember 2022 gültigen Arbeitspreis plus ein Zwölftel des im Dezember 2022 gültigen Grundpreises.

Im Beispiel eines im September 2022 prognostizierten Jahresverbrauchs von 15.000 Kilowattstunden Gas wären das:15.000 kWh geteilt durch 12 = 1250 kWh x Arbeitspreis ct/kWh = Verbrauchskosten in Euro + 1/12 des Grundpreise = Entlastung durch die Dezember-Soforthilfe.

Auch die Soforthilfe Wärme basiert auf dem im Dezember 2022 festgelegten Arbeits- und Grundpreis – die Höhe beträgt allerdings 120 Prozent des Dezemberabschlags.

So entsteht der Entlastungsbetrag durch die Preisbremse für Strom, Gas und Wärme.

Bestandteil der diesjährigen Jahresabrechnung sind außerdem die genauen Entlastungsbeträge der Preisbremsen für Strom, Gas und Wärme, die jeweils für 80 Prozent des prognostizierten Jahresverbrauchs gelten. Kund:innen finden diesen Posten für die jeweilige Energieart gleich auf der ersten Rechnungsseite der Jahresabrechnung. Genaue Berechnungen zu den Preisbremsen und dem jeweiligen Entlastungskontingent macht die Rheinhessische außerdem nach der detaillierten Kalkulation der Verbrauchskosten je Energieart. Hintergrund: Die Preisbremsen deckeln seit Januar 2023 die Arbeitspreise bei 40 Cent je Kilowattstunde beim Strom, bei 12 Cent je Kilowattstunde beim Gas und bei 9,5 Cent je Kilowattstunde bei Wärme. Günstigere Tarife sind davon ausgenommen. Eine Neuerung betrifft noch Kund:innen mit sogenannten zeitvariablen Stromtarifen für Heizstrom, die Wärmepumpen oder Nachtspeicherheizungen betreiben. Für sie hat der Gesetzgeber erst im Sommer einen Preisdeckel eingeführt, der bei 28 Cent zu Schwachlastzeiten je Kilowattstunde liegt und gültig ist ab 01.08.2023. Durch den verzögerten Beschluss zahlt die Rheinhessische die Entlastungssumme einmalig mit der Jahresabrechnung aus. „Wir werden die Kundinnen und Kunden entsprechend informieren“, ergänzt Paul Saraev.

Auf einen Blick: Guthaben, Abschläge und Entlastungen.

Auch ohne die Preisbremse und die Dezember-Soforthilfe ist die Jahresabrechnung komplex. Denn die Rheinhessische muss darin neben den Verbrauchs- und Preisdaten auch technische und gesetzliche Details ausweisen. Zum Beispiel zum aktuellen Strommix oder Vergleichszahlen zum eigenen Energieverbrauch. Damit Kund:innen nicht den Überblick verlieren, stehen die wichtigsten Angaben auf dem Deckblatt und der ersten Rechnungsseite. Das Deckblatt weist den Rechnungsbetrag des Bezugsjahrs übersichtlich aus – Kund:innen sehen auf einen Blick, ob sie Geld zurückbekommen oder nachzahlen müssen. Ebenso hebt die Rheinhessische die Höhe des neuen Abschlags auf dem Deckblatt hervor. Auf der ersten Rechnungsseite lassen sich übersichtlich die Verbrauchsdaten der jeweiligen Energieart erfassen sowie die Entlastungsbeträge aus den Preisbremsen und der Dezember-Soforthilfe.

Wie kann ich die Abrechnung selbst überprüfen?

Das ist im Grunde sehr leicht. Gleich in der ersten Zeile finden Kund:innen die tatsächlichen Verbrauchskosten auf Basis ihres gewählten Tarifs. Je nach Energieart werden davon die Entlastungsbeträge der Dezember-Soforthilfe und der Preisbremsen abgezogen. Über deren Höhe hat die Rheinhessische bereits in den verschickten Anschreiben informiert.

Von dem daraus resultierenden Rechnungsbetrag subtrahiert die Rheinhessische dann die bereits geleisteten Zahlungen. Diese bestehen 2023 bei Gas und Wärme – aufgrund der Dezember-Soforthilfe – aus elf Abschlägen und bei Strom und Wasser aus zwölf Abschlägen. Heraus kommt dann entweder ein Guthaben oder eine Nachzahlung.

Beispiel Gas:

Gasgesamtkosten brutto

- Entlastungspakete Soforthilfe und Preisbremsen

- 11 x Abschlagszahlungen

= Guthaben oder Forderung

„Durch Einsparmaßnahmen unserer Kundinnen und Kunden sowie die gesetzlichen Entlastungen erhält voraussichtlich die Mehrheit eine Gutschrift. Eine erfreuliche Nachricht!“
Paul Saraev, Leiter Kundenservice

Außerdem neu: Kosten für den CO2-Ausstoß ermitteln.

Neu ist in diesem Jahr außerdem, dass die Rheinhessische erstmals die Kosten für den CO2- Ausstoß auf der Rechnung ausweisen muss – das schreibt das sogenannte CO2-Kostenaufteilungsgesetz seit 2023 vor. Es soll Mieter:innen, die in unsanierten Gebäuden leben, von erhöhten Heiz- und Warmwasserkosten entlasten. Die Angaben finden Kund:innen auf den Detailseiten für Erdgas und Wärme. Sie stehen neben dem Arbeitspreis und werden – wie Umlagen – dazu addiert. Dabei berücksichtigt die Rheinhessische nur Zeiträume ab dem 1. Januar 2023. Um die CO2-Kosten zu errechnen, multipliziert das System den jeweiligen Verbrauch mit dem vom Gesetzgeber festgelegten CO2-Preis pro Kilowattstunde. Diese Kosten teilen sich dann entsprechend den Vorgaben Mieter:innen und Vermieter:innen. Der jeweilige Anteil hängt vom energetischen Zustand des Gebäudes ab.

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